Dark Detective (DC Comics/ 2020) #1 – 4

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Artist Carmine Di Giandomenico, Dan Mora, Giannis Milonogiannis

Colorist Jordie Bellaire, Antonio Fabela

(c) DC Comics


In Deutschland erscheinen die Stories wie folgt:


DARK DETECTIVE:

INHALT: Die 4-teilige Storyline erzählt die Geschichte um Bruce Wayne, unserem original Batman. Zu Anfang wird er gejagt und dabei erzählt er uns, dass sowohl er, Bruce Wayne, als auch Batman vom Magistrat umgebracht wurden. Das Magistrat, eine private und militante Gewalt die Gotham komplett unter Kontrolle hat, es zu einem Orwell-gleichen Polizeistaat macht und nun „Masken“ jagt, um Gotham frei von Vigilanten und Villians zu machen. Um das zu verwirklichen gibt es für jeden Bereich der Stadt einen sog. Peacekeeper, die höchste Gewalt in dem jeweiligen Bezirk. Bruce Wayne, völlig mittellos, versucht indes unter einem neuen bürgerlichen Alias herauszufinden wie das Magistrat es geschafft hat Gotham ganz für sich zu vereinnahmen.

MEINUNG dazu: Das New-Gotham macht Spaß, soviel sei gesagt! Der Kontrast könnte nicht polarisierender sein. Während unser bekanntes Gotham dunkel, verdreckt ja schon fast gotisch wirkt (Burton / Animated Series), sieht das neue Gotham aus, als wäre es der kleine Bruder von Nightcity der Cyperpunk-Stadt aus dem gleichnamigen Videospiel. Überall hängen Neon Reklamen, bunte Prostituierte bieten ihre Dienste feil und an jeder Ecke schweben Drohnen, Nano-Bots und sog. „Cybers“, die die Umgebung absichern … allerdings gerne auf Kosten der Zivillisten.

Dan Moras Zeichnungen passen fantastisch zu den Kolorierungen Jordie Bellaires. Diese macht ebenfalls einen großartigen Job dabei, dem neuen Gotham einen grellen aber bedrohlichen Touch zu verleihen. Hetzjagden sind lebhaft und dynamisch, das Pacing ist gut umgesetzt und könnte allerhöchstens als zu schnell bezeichnet werden (was sicherlich dazu beitragen soll, die Dringlich- und Bedrohlichkeit zu untermauern, also alles topp!). Die Kreativen verstehen ihr Handwerk, wie so oft unter Beweis gestellt.

Allerdings stellt sich mir bis zuletzt die Frage wie viel Zeit seit der „normalen“ Kontinuität vergangen ist. Bruce Wayne sieht kaum gealtert aus. Auch hat er kaum physische und geistige Potenz verloren, was ja häufig der Fall ist, wenn die Jahre so vorbei ziehen. Der Bürgermeister ist auch jener, der sich in den letzten Ausgaben von Batman / Detective Comics um das Amt bemüht, nämlich Christopher Nakano, der zuletzt im Joker War eines seiner Augen verlor (auch nicht sichtlich gealtert). Dem gegenüber steht aber ein neues Gotham, was sich scheinbar von heute auf morgen so schnell technisch entwickelt hat, dass es fast schon einem Comic entsprungen sein könnte.

FAZIT: Alles im allem ist Dark Detective 1-4 ein schöner Start in das FS-Event, was -aufgrund der Geschwindigkeit- im besten Fall am Stück gelesen werden sollte. Die Bilder sind gewohnt klasse und sicher das Aushängeschild der Serie. Die Story ist solide und kann unterhalten (eine klassische Batman Story eben). Klare Empfehlung!


GRIFTER:

INHALT: Auch an Cole Cash (alias Grifter) geht das Magistrat nicht vorbei. Bewusst meidet Grifter die Öffentlichkeit und treibt sich in dubiosen Bars unter einem neuen, zivilen Alias herum, was zwangsläufig schiefgehen muss. Nach einem kurzen Intermezzo mit der Black-Mask-Crew gelangt er an Luke Fox (ehem. Batwing), der ihm eine stattliche Summe zahlen möchte, damit Grifter ihn, Luke Fox aus Gotham City „schmuggelt“. Damit das funktionieren soll, holen sie sich die Unterstützung von Helena (Huntress), die all das natürlich auch nicht ohne ein entsprechendes End Geld macht.

MEINUNG dazu: Mit Grifter hatte ich bisher nur sehr wenig Berührungspunkte. Die Figur hat mich, als solches nie groß interessiert. Doch was die 2-teilige Serie so gut herüberbringt ist, die Verzweiflung, der Leute, die unter dem Magistrat leben. Ob nun damals oder heute: Wer eine „MASKE“ trägt, wird gejagt. Flucht ist der einzige Ausweg. Mark Rosenberg greift den „Charme“ des New Gothams gut auf und fügt wie eine Prise Salz dünnhäutig gewordenen Protagonisten hinzu, die dem Leser ganz deutlich die Utopie verdeutlichen, in der sie leben.

FAZIT: Keine weltbewegende Story aber durchaus als Batman und Gotham-Fan lesenswert. (New-)Gotham macht einfach Spaß und jeder Spin-Off, der das Bild vertieft ist mir dabei willkommen.


THE RED HOOD:

INHALT: Jasons Jason Jason, was denn nu? Gut oder böse? Jason Todd macht aus der ganzen Sache das beste. Er jagt Masken. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Dabei ist es blanke Ironie, das er dabei selber eine Maske trägt. Doch scheinbar kann man sich beim Magistrat dafür registrieren lassen, wäre da nur nicht dieser moralische Zwiespalt.

MEINUNG dazu: Jason Todd ist ein Bad-Ass. Das beweist er hier auf ein neues. Mit viel Text kommt der Band nicht aus, allerdings mit starken Bilder, die die Action gut in Szene setzen. Einzige Schwäche ist wenn die Masken abgenommen werden. Giannis Milonogiannis Stil ist sehr cartoonesk, was kein Problem ist, wenn alle Leute bunte Kostüme tragen, doch wenn Charakterzüge und Emotionen gezeigt werden, ist es sicher nur etwas für Liebhaber. Ich bin es leider nicht. Zudem empfinde ich den ständigen Fokuswechsel von Red Hood als sehr ermüdend (auch wenn ihm die „Judge Dredd“-Rolle sehr gut steht). Jason handelt regelmäßig nach seinem eigenen Kodex, es scheint aber so als, wenn er sich mit diesen immer noch nicht einig ist.

FAZIT: Kurz und Knapp: nicht zwingend mein Fall! Für Red Hood – Fans sicher gut gelungen doch die Zeichnung trifft nicht mein Stil und die Story ist nicht so gut um das zu kompensieren. Immerhin hilft der Zweiteiler beim Worldbuilding von (New-)Gotham.



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