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Future State: Harley Quinn (DC Comics/ 2021) #1-2

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Harley Quinn

  • #1 Harley Quinn (I.)
  • #2 Harley Quinn (II.)

Writer Stephanie Phillips

Artist Simone Di Meo

Colorist Tamra Bonvillain

(c) DC Comics


In Deutschland erscheint die Story wie folgt:

  • Harley Quinn I.+II.: Future State Sonderband – Die Helden des DC-Universums (16.11.2021)

Harley Quinn

INHALT: Harleen Quinzel ist und bleibt Psychotherapeutin. Sie hat tiefgründige Fachkunde und ist in der Lage, dazu Personen zu lesen und Diagnosen auf zu stellen. Und genau diese Fähigkeit macht sich Dr. Jonathan Crane (den kennen wir doch?) zu Nutze, um im Auftrag des Magistrats „Masken“ zu jagen. Was folgt ist eine spannende Dr. Lecter / Agent Clarice-Beziehung, die zu überraschen weiß.

MEINUNG dazu: Man, was war das denn bitte? Harley Quinn hat mich in vielerlei Hinsicht total überrascht. Aber wo fange ich an?

Die Optik ist ganz anders als erwartet. Vorab: Simone Di Meo macht einen sehr guten Job. Der Zeichenstil und die Kolorierung ist sicher Geschmacksache aber mich hat es aus folgenden Gründen stark überzeugt. Die Story an sich, der Aufbau und die Panelanordnung, all das ist so aufgebaut, dass der Eindruck eines Noir-Leinwandstücks entsteht. Dabei bedienen sich die Kreativen grundsätzlich solcher Stilmittel, die man standardmäßig aus Filmen kennt. Vogel- und Froschperspektive, Lens Flare, Lichteffekte von allen Seiten, Fokusschärfe und Spotlight. Das ganze wirkt aber nicht aggressiv, wie man es erst meinen könnte. Zuerst fallen einem die Mittel gar nicht auf, bis man bemerkt, dass einem das ganze Lesen der zwei Ausgaben sehr stark an eine Serie oder einen Film erinnert. Nicht nur deswegen, sondern auch durch die Darstellung des neuen „Neon“-Gothams hatte ich die ganze Zeit das Gefühl eine Mischung aus Blade Runner und Ghost in the Shell vor mir zu haben. Das hat mich sehr überrascht … positiv überrascht.

Der Aufbau der Story unterstützt diese Gefühl ungemein. Hier haben wir die klassischen Merkmale eines 5-Akter-Theatherstücks. Aufbau, steigende Handlung, Höhepunkt, retadierendes Moment und Katastrophe (Ende). Auch Missionsbesprechungen und Flashbacks werden wie in einem Film erläutert und erklärt, währenddessen just in dem Moment auf der Leinwand genau das zu sehen ist (wie es gerne in den Oceans Filmen der Fall ist). Hier fehlt lediglich die musikalische Untermauerung.

Anfangs könnte man evtl. Probleme haben, sich mit der Ausrichtung der Protagonistin zurecht zu finde. Das empfinde ich aber als ein allgemeines Problem, da Harley zuletzt gerne als naive und impulsive, fast schon stumpfsinnige Figur gezeigt wurde, die immer noch Probleme damit hat herauszufinden, welcher Weg in ihrem Leben der richtige sei div. Black Labe Titel seien davon mal ausgenommen). Ich bin froh, dass es hier nicht mehr so ist. Harley wirkt geerdet, sie weiß was sie will und wie sie es bekommt. Das heißt aber nicht, dass sie die Eigenarten abgelegt hat. In ihr schlummert immer noch das etwas alberne Kind, nur halt… erwachsener… In meinen Augen eine gut gemachte Entwicklung.

FAZIT: Harley Quinn ist eine echter Überraschungshit. Keine Qutasch-Kömodie sondern ein sehr gut gemachter „Thriller“, der mich durch seine stilistischen Mittel absolut umgeworfen hat. Diese Serie sollte so weiter geführt werden.

Future State: Nightwing (2021/ DC Comics) #1-2

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Nightwing

  • #1 Nightwing (I.)
  • #2 Nightwing (II.)

Writer Andrew Constant

Artist Nicola Scott

Colorist Ivan Plascencia

(C) DC Comics


In Deutschland erscheint die Story wie folgt:


NIGHTWING:

INHALT: Nightwing ist immer noch da…und er ist sauer! Durch den vermeintlichen Verlust seines Mentors hat Dick Grayson seine sympathischen und freundlichen Wesenszüge verloren und ähnelt seinem Vorbild nun mehr denn je. Mit einem strategisch gut ausgeklügelten Schachzug, führt er einen Großteil der Peacekeeper (die Exekutive des Gothamer Polizeistaats) in das verlassene Arkham Asylum und möchte so zum letzten Schlag ausführen. Seine Familie und Freunde schaffen es dabei nicht ihn davon abzuhalten, genauso wenig wie der „nächste“ Batman…

MEINUNG dazu: Dick Grayson zeigt einmal mehr, weshalb er und nur er der einzige Erbe von Bruce Wayne sein kann. Ob nun mit oder ohne Mantel der Geist Batmans lebt in Nightwing fort. Sein Scharfsinn, seine Taktik, der Gerechtigkeitssinn, all das wirkt sehr überzeugend und glaubhaft. Und nun, da ihm auch nicht mehr zum Lachen zu Mute ist, ist die Täuschung fast perfekt. In wenigen Panels und Seiten zeigt Writer Andrew Constant, dass er zu authentischen Charackterentwicklung in der Lage ist, obwohl die Zeit, mit zwei US-Issues, durchaus knapp bemessen wird. Artistin Nicola Scott macht dabei einen soliden Job und trägt, wie auch anderen Zeichner bisher, sehr viel zum optischen Worldbuilding bei. Storytechnisch macht es erneut viel Spaß zu sehen, wie die writer bekannte Figuren und Institutionen von Gothams Mythos aufgreifen, umkrempeln und uns neu und frisch servieren. Aber sind wir dabei mal fair, das gelingt einem eher bei einem Elseworld Szenario (was Future State im weitesten Sinne natürlich ist) als in einer Ongoing-Serie. Dennoch nett zu sehen. Dass, das nicht immer funktioniert, seht ihr in diversen anderen Ausgaben von Future State.

FAZIT: Klasse Zweiteiler. Nightwing ist und bleibt Batmans Erbe! Das zeigt er erst recht, wenn er ernst macht und zum letzten Schlag ausholt.

Future State: Wonder Woman (2021/ DC Comics) #1-2

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Wonder Woman

  • #1 Wonder Woman (I.)
  • #2 Wonder Woman (II.)

Writer, Artist, Cover Artist Joëlle Jones

Colorist, Cover Artist Jordie Bellaire

(C) DC Comics


In Deutschland erscheint die Story wie folgt:


WONDER WOMAN:

INHALT: Die junge Yara Flor, eine brasilianische Amazonin, versucht mit Hilfe eines Hydrazahns in die Unterwelt zu gelangen, um dort ihre gefallene Kriegerfreundin Potira aus den Händen von Hades zu „befreien“. Dabei erhält sie (teilweise jedenfalls) Unterstützung von der „Druidin“ des Waldes Caipora.


MEINUNG dazu: Jöelle Jones (Writer und Artist zugleich) bedient sich nicht nur der klassischen griechischen Mythologie sondern ebenfalls aus Teilen der Guaranis (dem indigenen Volk aus Südamerika). Mit Yara haben wir eine neue Wonder Woman erhalten von der wir bisher noch nicht viel wissen. Wer ist sie? Wo kommt sie her? Was sind ihre Beweggründe? Vieles davon erfahren wir erst etwas später in der Serie Wonder Girl (ebenfalls Jöelle Jones). Yara ist jung, impulsiv und etwas ungehalten, wenn es darum geht ihren Willen durchzusetzen. Diese Charakterzüge werden auf den insgesamt 45 Seiten Storytelling gut und authentisch herübergebracht. Die Darstellung des Limbus ist recht ungewohnt und befremdlich, sorgte aber für kurzweilige Belustigung.

Was bei diesen zwei Bänden allerdings so heraussticht ist das Artwork. Jöelle Jones versteht in meinen Augen wirklich viel von ihrem Handwerk. Die Szenen sind gut rüber gebracht, die Panels sind fantastisch gesetzt und spiegeln die Atmosphäre gut wieder. In hektischen Kampfszenen sind die Bilder überlappend und wild angeordnet, während in der trockenen Bürokratie der Unterwelt alles akkurat und geradlinig wirkt.

Die Zeichnungen selbst ist dabei nicht weniger stark. Die Figuren sehen super aus. Die Outline sind etwas dicker, was teils cartoonesk wirkt, dabei aber auch nicht so sehr, als dass kitschig wird. Die Menschen und Tiere sind dennoch real gezeichnet. Einzig könnte man bemängeln, dass Yara’s Uniform etwas zu lasziv aussieht. Ihr Body verdeckt alles vom Hals bis zu den Knöcheln, lässt im unterem Bereich allerdings soviel frei, dass es für Sie, als Kriegerin vielleicht bequem sein mag und Bewegungsfreiheit bietet, uns allerdings aber auch teils einen verschärften Einblick auf ihren Podex und Umgebung bietet. Man könnte sich daran stören, ich allerdings habe mich damit angefreundet, da auch unsere Athleten, aus den eben genannten Gründen, zu meist sehr leicht bekleidet sind. Es wirkt also realistisch.

Mir hat Wonder Woman sehr gut gefallen. Die Story trägt mit ihrem Ende sicherlich zur Charakterentwicklung von Yara Flor bei, einer Figur von der ich hoffe, demnächst noch mehr zu sehen. Und das, obwohl ich mit Wonder Woman in der Regel so gar nichts anfangen kann.


FAZIT: Yara Flor ist eine junge und authentische Wonder Woman. Die zwei Issues erklären uns nicht viel von ihr, sorgen aber dafür, dass man Sympathie für den Charakter entwickelt und man als bald mehr von ihr sehen möchte. Klare Empfehlung!

The next Batman (DC Comics/ 2021) #1 – 4

THE NEXT BATMAN (under construction)

Writer u.a. John Ridley, Paul Jenkins, Brandon Thomas

Artist u.a. Nick Derington, Jackson Herbert, Laura Braga

Colorist u.a. Tamra Bonvillain, Gabe Eltaeb, Jordie Bellaire

(c) DC Comis


In Deutschland erscheinen die Stories wie folgt:

  • The next Batman I.+II.: Batman 55 – Future State
  • The next Batman III.+IV.: Batman 56 – Future State
  • Outsiders I.+II.: Future State Megaband (02.11.2021)
  • Arkham Knights I.+II.: Future State Megaband (02.11.2021)
  • Batgirls I. + II.: FS Batman Sonderband #2: Catwoman und Batgirls (07.12.2021)
  • Gotham City Sirens I.+II.: FS Batman Sonderband #2: Catwoman und Batgirls (07.12.2021)

THE NEXT BATMAN:

INHALT: Ein neuer Batman streift (nun komplett vermummt) durch Gotham und versucht dem Dark-Knight-Erbe gerecht zu werden. Ausgestattet mit Foxtech-Wayntech-Gadgets wappnet er sich gegen das neue „shoot-on-sight“ Gesetz (bei Sichtung sofort schießen). Mit dieser Direktive sagt Bürgermeister Nakano, noch immer gepeinigt durch die Effekte des Joker War, den Kostümierten in Gotham den Kampf an. Doch durch seine Exekutive, dem Magistart, geraten, manchmal nicht nur maskierte Personen ins Lauffeuer. Aber Hey!.. wo gearbeitet wird, fallen Späne, oder nicht..?


MEINUNG dazu: Wer ist der „neue“ Batman? Und wie kann eine 4-teilige Storyline eine authentische Geschichte über Batmans Erbe erzählen, wofür Grant Morison in Batman R.I.P. viel Vorlauf und einiges an Unterstützung durch Tie-Ins gebraucht hat? Kurz: es klappt nicht! Der neue Batman fühlt sich für mich … nicht echt an. Er benutzt die Wayntech-Gadgets wie ein Kind, was mit Papa Werkzeug herumspielt. Er versucht auf Erfahrung zurück zu greifen, die er nicht hat. Über die Person hinter der Maske erfahren wir bis dato nicht allzu, als dass es eine Erklärung dafür ist, wen oder was wir hier auf dem Papier sehen geschweige denn, was ihn antreibt (das erzählt uns John Ridley nämlich erst später in der digital First Serie Second Son). Zudem versucht der Autor hier bekannte Motive nachzuahmen (wie zb die Batman/Gordon-Beziehung), was nur spärlich gelingt.

Einzig das immer klarer werdende Bild vom Magistrat und die Vermenschlichung des Antagonisten hat mich am Comic festhalten lassen. Hier wird ganz klar zwischen Polizei und Magistrat unterschieden. Zwei von einander unabhängig agierende Institutionen. Die Zeichnung und Kolorierung sind klassisch und solide.


FAZIT: Der „next“ Batman wirkt auf mich wie jemand, der den Umhang auf den Boden liegen sieht und sich denkt: “ Ach! Warum nicht?“ Er mag seinen eigenen Antrieb haben, das wird in den vier Ausgaben aber nicht deutlich oder vertieft. Schweres Erbe, … leider (für mich) nicht gelungen, Schade!


OUTSIDERS:

INHALT: Jedermann weiß, dass das Magistrat Gotham in der Hand hat. Vieles, was früher problemlos möglich war, geht so heute nicht mehr… Masken tragen zum Beispiel. Aber selbst die Autoritäten wissen es gibt Bereiche in Gotham (die sog. Outsides), die selbst sie nicht betreten dürfen. Und wenn doch, trifft sie Katanas Schwert.

MEINUNG dazu: Ich bin ein Outsiders Neuling. Ich kenne Katana.. flüchtig, Signal habe ich nur aus der Batman-Ongoing kennengelernt und zu den stetig wechselnden Rest habe ich je nach Beliebtheit mal mehr, mal weniger Kontakt. Das trifft sich ganz gut, da ich so völlig unvoreingenommen an die Sachen herangehen konnte. Was ich an den Gotham Bänden von Future State so fesselnd finde, ist nicht nur die Umgestaltung der Stadt an sich, sondern auch die Tatsache, dass alle Stories nahezu zur gleichen Zeit spielen (evtl. mit ein paar Monaten Unterschied). Die anderen Serien schmieden sich ihre Zukunftsvisionen und zeitliche Einordnung so zurecht, dass es zur Story passt. Das ist ok, das ist gut, sorgt aber auch dafür, dass diese Stories bzw. diese Welten nie die Tiefe erreichen, welche die Geschichten um und in Gotham haben.

Die Outsiders sind dafür ein perfektes Beispiel. Es passiert nicht sehr viel. Es ist sehr action-lastig aber dennoch glaubhaft, da das Worldbuilding an andere Stelle bereits geschehen ist. Sehr gut gemacht. Die Charaktere sind authentisch und versuchen jeder auf seine Weise durch die Krise zu gelangen. Duke Thomas glaubt nach wie vor an das Gute im Menschen (ob nun maskiert oder nicht) auch wenn er dabei häufig enttäuscht wird.

Die Bilder sind … großartig. Hier sehe ich eine sehr gelungene Symbiose zwischen Writer, Artis und Colorist. In den Bänden gibt es keine sauberen Outlines, keine geraden Linien, sondern es werden durch viele Schraffuren, die schnellen, flüssigen Bewegungen und Kampfaktionen in Szene gesetzt. Ganz großes Kino… Hat mich stark beeindruckt. Dabei ist das Layout der Panels immer so akzentuiert, dass es zu jeweiligen Situation passt. Schneidet Katana mit ihrem .. naja Katana, so imitieren die Outlines des Panels Schwertschnitte. Wird eine kalte Großstadt gezeigt, sind die Panels klar und strukturiert angeordnet. Ja sogar Blitze kommen vor… Aber dafür müsst ihr die Stories selber lesen.

FAZIT: Ebenfalls ein Überraschungshit. Nicht zwingend wegen der Story (obwohl, die sehr viel Spaß gemacht hat), sondern vermehrt wegen der Optik und den künstlerischen Aspekten.. *Thumps Up*


Arkham Knights:

INHALT: Arkham Asylum ist geschlossen und verlassen, das Magistrat herrscht mit eiserner Hand über Gotham. Nun liegt es ausgerechnet an den Irren und Wahnsinnigen die Stadt zurück zu erobern. Unter diesen Irren zählen unter anderen: Killer Croc, Harvey Dent und deren (Anstalt-)Leitung Astrid Arkham (dem Arkham Knight).

MEINUNG dazu: Was Anfangs spannend und gut klingt wirkt leider recht schnell wie ein Abklatsch des bekannten Suicide Squad Prinzips. Einziger Unterschied ist, dass die Gruppe nicht staatlich geleitet wird, sondern gegen den Staat antritt. Bis auf Astrid Arkham haben die Figuren (obwohl sie mir durch aus bekannt sind) keinen bleiben Eindruck hinterlassen. Allerdings rühmt die Popularität fast ausschließlich daher, das mir ihr Auftritt aus den jüngst erschienen Detektive Comics sehr gefallen hat.

Die Story könnte dabei klassischer nicht sein und verdient daher kaum Erwähnung. Eine Gruppe kämpft gegen eine andere Gruppe… .Zeichnunge4n und Farben sind solide, werten die Bände (für mich) aber auch nicht wirklich auf. Fängt verlässlich an und endet vertraut.

FAZIT: Irgendwie wirkten die Bände auf mich wie eine „Fillerfolge“ meiner Lieblingsserie. Nicht wirklich schlecht aber ich bin auch froh, dass es hier (erstmal) nicht weiter geht. … schwer zu beurteilen. Lest selber mal und gebt mir Rückmeldung.


Batgirls:

INHALT: Die Batgirls Cassandra Cain und Stephanie Brown (wohl eher Spoiler?!) begegnen sich in einem Gefängnis, in welchem das Magistrat sowohl Villians als auch Vigilanten inhaftiert. Was anfangs nach Stutenbissigkeit wirkt entwickelt sich schnell zu einen ausgeklügelten Plan.

MEINUNG dazu: Bis zum Schluss hatte ich leider das Gefühl, dass die Story auch aus der Serie „Orange is the New Black“ kommen könnte. Die Figuren selber machen dabei leider keinen Unterschied und könnten mit jeder anderen Figur ausgetauscht werden. Einzig das Ende, was sehr vorhersehbar ist, nimmt die Protagonistinnen in den Fokus und setzt diese in das durch andere Serien gut erstellte Setting.

Auch bei der Zeichnung hatte ich mir eher etwas gewünscht, was die Schroffheit der Szenen und der Situation aufgreift. Die Outlines der Figuren ist stetig sehr dick und in den Panels findet man keine Farbverläufe, sondern harte Übergänge von Licht und Schatten. Das sieht nicht schlecht aus, untermauert aber bei mir den Vergleich mit der eben angesprochenen „Frauenknast“-Serie (nicht nur, weil die Insassen alle durchweg Orange tragen). Der Stil wirkt sehr cartoonesk und passt in meinen Augen nicht zum Thema.

FAZIT: Schade, beim Titel Batgirls hatte ich auf eine tiefgründigere Story gehofft, eine mit mehr Impact. Diese hier wirkt eher austauschbar. Farben und Zeichnungen sind gut aber nicht für die Story angemessen.

Naja, man kann bei den vielen Input nicht nur Pflaumen sonder auch Rosinen haben… und manchen Leuten Schecken ja Rosinen.


Gotham City: Sirens:

INHALT: „Girls, just wanna have FUN!“. Während die Stadt von einem militanten Extremisten „regiert“ wird, gehen die Sirens Catwoman, Poison Ivy und die neue DD (ein Android) auf Shoppingtour. Diese Ladys-Night ist Teil der Vereinbarung zwischen der Selina und Pamela und der Androidin, die den anderen beiden im Gegenzug Informationen versprochen hat, die das Blatt des Krieges wendet könnte.

MEINUNG dazu: Wenn ich die GC Sirens lese, dann erwarte ich keine große, augenöffnende und wegweisende Story mit viel Tiefe und eindrucksvollen Bildern (nagt letzteres evtl.). Das ist auch gut so, denn das habe ich auch nicht bekommen.

Die Inhaltsangaben gibt nämlich genau das wieder was sie verspricht. Eine Ladys Night. Eine Mischung aus den Filmen Hangover und Oceans Eleven. Das Harley als Sirene ausgetauscht wurde, tut dem ganzen keinen Abbruch (obwohl sie tatsächlich erwähnt wird und das in einem Zusammenhang, der mich sehr erfreut hat). Die Androidin DD ist dabei eine gute Ergänzung. Sie ist neugierig und naiv, dadurch fast schon drollig. Was zuerst wie ein Harley Quinn Klon wirkt, wird zum Ende hin erschreckend schlüssig.

FAZIT: Nicht essentielles, nichts tiefgründiges aber es ist unterhaltsam.. Wenn man es so liest, wie es gemeint ist. Bravo.. hat mir gefallen.



Dark Detective (DC Comics/ 2020) #1 – 4

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Artist Carmine Di Giandomenico, Dan Mora, Giannis Milonogiannis

Colorist Jordie Bellaire, Antonio Fabela

(c) DC Comics


In Deutschland erscheinen die Stories wie folgt:


DARK DETECTIVE:

INHALT: Die 4-teilige Storyline erzählt die Geschichte um Bruce Wayne, unserem original Batman. Zu Anfang wird er gejagt und dabei erzählt er uns, dass sowohl er, Bruce Wayne, als auch Batman vom Magistrat umgebracht wurden. Das Magistrat, eine private und militante Gewalt die Gotham komplett unter Kontrolle hat, es zu einem Orwell-gleichen Polizeistaat macht und nun „Masken“ jagt, um Gotham frei von Vigilanten und Villians zu machen. Um das zu verwirklichen gibt es für jeden Bereich der Stadt einen sog. Peacekeeper, die höchste Gewalt in dem jeweiligen Bezirk. Bruce Wayne, völlig mittellos, versucht indes unter einem neuen bürgerlichen Alias herauszufinden wie das Magistrat es geschafft hat Gotham ganz für sich zu vereinnahmen.

MEINUNG dazu: Das New-Gotham macht Spaß, soviel sei gesagt! Der Kontrast könnte nicht polarisierender sein. Während unser bekanntes Gotham dunkel, verdreckt ja schon fast gotisch wirkt (Burton / Animated Series), sieht das neue Gotham aus, als wäre es der kleine Bruder von Nightcity der Cyperpunk-Stadt aus dem gleichnamigen Videospiel. Überall hängen Neon Reklamen, bunte Prostituierte bieten ihre Dienste feil und an jeder Ecke schweben Drohnen, Nano-Bots und sog. „Cybers“, die die Umgebung absichern … allerdings gerne auf Kosten der Zivillisten.

Dan Moras Zeichnungen passen fantastisch zu den Kolorierungen Jordie Bellaires. Diese macht ebenfalls einen großartigen Job dabei, dem neuen Gotham einen grellen aber bedrohlichen Touch zu verleihen. Hetzjagden sind lebhaft und dynamisch, das Pacing ist gut umgesetzt und könnte allerhöchstens als zu schnell bezeichnet werden (was sicherlich dazu beitragen soll, die Dringlich- und Bedrohlichkeit zu untermauern, also alles topp!). Die Kreativen verstehen ihr Handwerk, wie so oft unter Beweis gestellt.

Allerdings stellt sich mir bis zuletzt die Frage wie viel Zeit seit der „normalen“ Kontinuität vergangen ist. Bruce Wayne sieht kaum gealtert aus. Auch hat er kaum physische und geistige Potenz verloren, was ja häufig der Fall ist, wenn die Jahre so vorbei ziehen. Der Bürgermeister ist auch jener, der sich in den letzten Ausgaben von Batman / Detective Comics um das Amt bemüht, nämlich Christopher Nakano, der zuletzt im Joker War eines seiner Augen verlor (auch nicht sichtlich gealtert). Dem gegenüber steht aber ein neues Gotham, was sich scheinbar von heute auf morgen so schnell technisch entwickelt hat, dass es fast schon einem Comic entsprungen sein könnte.

FAZIT: Alles im allem ist Dark Detective 1-4 ein schöner Start in das FS-Event, was -aufgrund der Geschwindigkeit- im besten Fall am Stück gelesen werden sollte. Die Bilder sind gewohnt klasse und sicher das Aushängeschild der Serie. Die Story ist solide und kann unterhalten (eine klassische Batman Story eben). Klare Empfehlung!


GRIFTER:

INHALT: Auch an Cole Cash (alias Grifter) geht das Magistrat nicht vorbei. Bewusst meidet Grifter die Öffentlichkeit und treibt sich in dubiosen Bars unter einem neuen, zivilen Alias herum, was zwangsläufig schiefgehen muss. Nach einem kurzen Intermezzo mit der Black-Mask-Crew gelangt er an Luke Fox (ehem. Batwing), der ihm eine stattliche Summe zahlen möchte, damit Grifter ihn, Luke Fox aus Gotham City „schmuggelt“. Damit das funktionieren soll, holen sie sich die Unterstützung von Helena (Huntress), die all das natürlich auch nicht ohne ein entsprechendes End Geld macht.

MEINUNG dazu: Mit Grifter hatte ich bisher nur sehr wenig Berührungspunkte. Die Figur hat mich, als solches nie groß interessiert. Doch was die 2-teilige Serie so gut herüberbringt ist, die Verzweiflung, der Leute, die unter dem Magistrat leben. Ob nun damals oder heute: Wer eine „MASKE“ trägt, wird gejagt. Flucht ist der einzige Ausweg. Mark Rosenberg greift den „Charme“ des New Gothams gut auf und fügt wie eine Prise Salz dünnhäutig gewordenen Protagonisten hinzu, die dem Leser ganz deutlich die Utopie verdeutlichen, in der sie leben.

FAZIT: Keine weltbewegende Story aber durchaus als Batman und Gotham-Fan lesenswert. (New-)Gotham macht einfach Spaß und jeder Spin-Off, der das Bild vertieft ist mir dabei willkommen.


THE RED HOOD:

INHALT: Jasons Jason Jason, was denn nu? Gut oder böse? Jason Todd macht aus der ganzen Sache das beste. Er jagt Masken. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Dabei ist es blanke Ironie, das er dabei selber eine Maske trägt. Doch scheinbar kann man sich beim Magistrat dafür registrieren lassen, wäre da nur nicht dieser moralische Zwiespalt.

MEINUNG dazu: Jason Todd ist ein Bad-Ass. Das beweist er hier auf ein neues. Mit viel Text kommt der Band nicht aus, allerdings mit starken Bilder, die die Action gut in Szene setzen. Einzige Schwäche ist wenn die Masken abgenommen werden. Giannis Milonogiannis Stil ist sehr cartoonesk, was kein Problem ist, wenn alle Leute bunte Kostüme tragen, doch wenn Charakterzüge und Emotionen gezeigt werden, ist es sicher nur etwas für Liebhaber. Ich bin es leider nicht. Zudem empfinde ich den ständigen Fokuswechsel von Red Hood als sehr ermüdend (auch wenn ihm die „Judge Dredd“-Rolle sehr gut steht). Jason handelt regelmäßig nach seinem eigenen Kodex, es scheint aber so als, wenn er sich mit diesen immer noch nicht einig ist.

FAZIT: Kurz und Knapp: nicht zwingend mein Fall! Für Red Hood – Fans sicher gut gelungen doch die Zeichnung trifft nicht mein Stil und die Story ist nicht so gut um das zu kompensieren. Immerhin hilft der Zweiteiler beim Worldbuilding von (New-)Gotham.